Feb 04 2011
Brasilien
Bei Gesprächen über bedeutende Weinanbaugebiete bzw. –länder spielt Brasilien selten eine große Rolle. Dies ist auch verständlich, da die gesamte Anbaufläche von 88.000 Hektar im Vergleich zu den klassischen Weinländern in der Tat gering ist und auch die Erntemenge von ca. 600000 Tonnen Weintrauben mit der in anderen Ländern produzierten nicht im Ansatz mithalten kann. Doch dass Masse nicht gleich Klasse ist, das wissen nicht nur Weinkenner und aus diesem Grunde ist Brasilien für Weinlieber durchaus ein Anbauland von Interesse. Denn seit etwas über 20 Jahren wird von Investoren mit gutem Blick für nicht ausgeschöpfte Potentiale ordentlich in die Qualität Brasilianischer Weine investiert. Und das hat sich bezahlt gemacht und tut es bis heute, denn wenngleich Brasilien mengenmäßig eher wenig hervorbringt, so muss es sich in Sachen Qualität und Güte der Weine wahrlich nicht verstecken. Das kann jeder Überprüfen, in dem er sich ein gutes Glas Brasilianischen Wein auf der Zunge zergehen lässt, aber auch die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, denn auf dem Feld der Auszeichnungen für hervorragende Weine zählt Brasilien zu den ganz großen Gewinnern: seit 1995 gewannen Brasilianische Weine hunderte von Wettbewerben und erhielten ebenso viele Auszeichnungen. Allein auf der Anuga, der Lebensmittelmesse im Jahr 2007, gingen unglaubliche 14% der Medaillen an Weine aus Brasilien.
Das wichtigste Anbaugebiet Brasiliens ist das sogenannte Weintal, das Vale dos Vonhedos im Süden des Landes. Außerdem wird in den Regionen Sao Paulo, Franteira und Serra Sudeste Wein angebaut und auch im Bundestaat Santa Catarina gibt es einige Anbaugebiete.
Eine etwas kuriose Berühmtheit erlangte das Weinanbaugebiet im Tal des Rio Sao Francisco, das es das äquatornächste Anbaugebiet der ganzen Welt ist. Der Anbau wird hier erst seit 2003 betrieben und die Betreiber standen zu Beginn vor Schwierigkeiten, da das heiße und zudem sehr trockene Klima die Bildung der Trauben beinahe völlig verhinderte. Heute ist das Problem einigermaßen in den Griff bekommen, doch nach wie vor sorgt die Lage des Anbaugebietes für mehr Aufmerksamkeit als der dort produzierte Wein.


