Dez 01 2010
Chile
Auch Chile gehört schon seit Jahren zu den großen Weinexport-Ländern, aus denen hervorragende Weine in die ganze Welt verkauft werden. Chilenische Weine sind besonders kräftig und zeichnen sich durch einen komplexen Geschmack aus, was vor allem in den nahezu einzigartigen klimatischen Bedingungen begründet liegt, die Weine in Chile vorfinden. Hinzu kommen sehr geringe Personalkosten, so dass Chile seit einiger Zeit selbst alten Weinhasen wie Frankreich Konkurrenz auf dem Weltmarkt macht.
Dass es überhaupt so lange gedauert hat, bis Chile sich als Weinland etablieren konnte, ist bemerkenswert. Denn bereits im 16. Jahrhundert begann man in Chile Wein anzubauen. Die angebauten Rebsorten stammten allesamt aus Spanien, waren größtenteils aber von mäßiger Qualität. Der chilenische Anbau hochwertigerer Weine, so wie wir sie heute kennen, begann erst 3 Jahrhunderte später, als im 19. Jahrhundert französische Weinbauern ins Land kamen und ihre französischen Rebsorten, etwa den Cabernet Sauvignon, mit sich brachten.
Heute ist Chile bekannt für viele köstliche Weinsorten, wie den Bordeaux Carmènère, für den Chile der unbestritten größte und professionellste Anbauort ist. Auch andere in Chile angebaute Rebsorten wie Syrah, Cabernet Sauvignon oder Merlot werden zur Gewinnung hochwertigster Weine gebraucht, die in die ganze Welt exportiert werden. Doch nicht nur die fertigen Weine, sondern auch die Rebsorten sind begehrte Exportgüter. Der Grund dafür ist die Tatsache, dass Chile als einziges Land der Welt von der großen Reblausplage des 19. Jahrhunderts verschont blieb. So ist Chile das einzige Land aus dem die ursprünglichen Rebsorten reimportiert werden konnten, um die zerstörten Weinberge wieder neu zu bepflanzen und an die Qualität vergangener Tage anzuknüpfen.
Weinkenner wissen, dass Chile heute aus dem internationalen Weingeschäft nicht mehr wegzudenken ist. Dabei war die Entwicklung, die der chilenische Weinexport durchlaufen hat, rapide. Noch in der Mitte der 80er Jahre waren Chiles Einnahmen durch Weinexport kaum nennenswert. Weniger als 15 Jahre später lag die Zahl bereits bei 550 Millionen US-Dollar! Und der Boom hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht. Nach wie vor versuchen Investoren aus aller Welt sich in Chile einzukaufen und auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Eine Entwicklung, die der Qualität der Weine sicher nicht abträglich sein wird.


